Kooperation, Gesellschaft, Zivilisation

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Kooperation

Ein kleines Gedankenexperiment: Wie lange würde der durchschnittliche Mensch überleben, hätte er keine Hilfe von anderen? Gäbe es niemanden, der ihm ein Haus baut, Nahrung verkauft oder seine Sicherheit garantiert? Was könnten wir als Menschen überhaupt erreichen, wären wir ganz auf uns allein gestellt? Wir würden vermutlich keine Romane schreiben, Brücken bauen oder auch nur Elektrizität nutzen.
Unsere Gesellschaft funktioniert nur durch Zusammenarbeit. Wir müssen mit den anderen Mitgliedern der Gesellschaft kooperieren und uns gemeinsam auf Regeln und Verpflichtungen einigen, selbst mit unseren Gegenspielern und Feinden, sonst bricht das gesamte System zusammen. Ohne diese Form der Organisation gäbe es unter anderem keine öffentliche Infrastruktur, kein Bildungswesen und kein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Tagtäglich genießen wir die Vorteile dieser Gemeinschaft, meist ohne sie uns überhaupt bewusst zu vergegenwärtigen. Doch diese Kooperation zum gemeinsamen Nutzen hat einen Preis: Wir müssen ein Stück unserer persönlichen Freiheiten aufgeben. Wir müssen in vielen Punkten unsere eigenen Interessen denen der Gesellschaft unterordnen. Obwohl wir vielleicht grundsätzlich uns selbst, und, verhaltensgenetisch betrachtet, den Fortbestand des eigenen Erbguts an erste Stelle setzen sollten, stellen wir unsere egoistischen Freiheiten immer wieder hinter die Kooperation mit anderen zurück. Und wir sind nicht die einzigen Wesen, die dieses seltsame Verhalten an den Tag legen.

Zusammenarbeit findet sich nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren, zum Beispiel bei gemeinschaftlich jagenden Raubtierrudeln, gegenseitiger Fellpflege oder in Insektenstaaten. Sogar Pflanzen warnen andere über Botenstoffe vor Fressfeinden. Häufig kann solche Zusammenarbeit durch Verwandtschaftsbeziehungen erklärt werden, in anderen Fällen kooperieren jedoch sogar nicht miteinander verwandte Individuuen zum gegenseitigen Vorteil.
Und bei den meisten Tieren gilt: Das soziale Verhalten kann immer wieder neu ausgehandelt werden, wenn sich Zusammengehörigkeit, Vertrauen, Umweltsituationen und andere Faktoren ändern. Das einzelne Individuum kann vergangene Erfahrungen und taktische Erwägungen mit einbeziehen, wenn es sich für oder gegen die Kooperation entscheidet. Hat dieses Rudelmitglied sich mir gegenüber fair verhalten? Kann ich sicher gehen, dass dieses größere Tier mich nicht frisst? So entstehen Versprechen, Teamarbeit, Verrat, Rache, Vertrauen, Verhaltensregeln – und schließlich ganze Sozialgefüge mit komplexeren gemeinschaftlich akzeptieren Regeln bis hin zu unseren Kindergartengruppen, Steuersystemen oder Fußballteams. Die gesamte Gesellschaft kann als tausendfach ineinander verschachtelte Ebenen von Kooperationsabkommen verstanden werden. Die Masse übt dabei mit Vorteilen und auch Sanktionen Druck auf das Individuum aus, um die Zusammenarbeit zu sichern. Damit hat sie im Großen und Ganzen Erfolg, und nur so konnten wir 99% von dem erreichen, was die Menschheit bisher geschaffen hat, von der Jagd auf große Mammuts bis hin zur Erschaffung des Internets.

Doch dieses System hat einen entscheidenden Schwachpunkt. Für ein cleveres Individuum, dass sich nicht den Regeln der Gemeinschaft beugt, ist es leicht, diese auszubeuten. Mit dem Begriff “Tragedy of the Commons”, Tragödie der Gemeinschaftsgüter, bezeichnet man die Situation in mittelalterlichen Dörfern, in der alle Besitzer von Vieh abwechselnd eine dem ganzen Dorf gehörende Wiese als Weide nutzen durften. Wenn einer jedoch zu dem Schluss kam, dass niemand merken würde, wenn er seine Herden länger als ratsam auf der Wiese weiden ließ, kam es zu Überweidung, und als diese Tendenz wuchs, wurde die saftige Wiese schließlich für alle zerstört.


Ob dies jemals so stattgefunden hat, ist strittig, doch das Schlagwort bezeichnet nichtsdestotrotz ein wichtiges Prinzip: Systeme, die auf freiwilliger Zurücknahme der einzelnen Individuen basieren, können von egoistisch handelnden Akteuren ausgenutzt und damit zerstört werden. In vielen Fällen können die ‘Defectoren’, die Abtrünnigen, damit sogar enorme persönliche Gewinne einstreichen. Wir brauchen also einen Mechanismus, der sicherstellt, dass alle fair agieren, zum Beispiel soziale Ächtung, Reziprozität oder sogar mit Gewalt durchsetzbare Gesetze.
Ein anschauliches Beispiel für die Abwägung von Kooperation aus der Spieltheorie (einer Wissenschaft, die Verhaltensökonomie, Psychologie, Soziologie, Evolutionsbiologie und Moralphilosophie vereint), ist das Gefangenendilemma. Zwei Komplizen in einem Verbrechen wurden gefangen, werden getrennt befragt und erhalten die folgenden Möglichkeiten: Entweder sie können den anderen verraten und zum Lohn freikokmen, während ihr Komplize besonders schwer bestraft wird. Oder sie können schweigen und beide eine vergleichsweise kurze Strafe erhalten. Auf jeden Fall müssen sie ihre Entscheidung treffen, ohne sich abzusprechen. Hier zeigt sich das zuvor erwähnte Prinzip: Solange beide kooperieren, kommen sie ganz gut davon. Wenn einer jedoch kooperiert und der andere sein Vertrauen ausnutzt, resultiert dies in enormem Gewinn für den Abtrünnigen und enormem Verlust für den Kooperierenden. Die Kooperation, das Vertrauen in den Partner, ist hier bedingungslos und kann ohne Konsequenzen ausgenutzt werden. Betrachtet man die Situation rational, ist es für jeden einzelnen individuell besser, egoistisch zu handeln. Doch damit ist dann ironischerweise das Ergebnis für beide schlechter, als wenn sie kooperiert hätten.

Gesellschaft

Das Gedankenexperiment des Gefangenendillemas wird weitergedacht, in dem mehrere “Runden” eingeführt werden und statt Verbrechern, denen eine Gefängnisstrafe angedroht wird, einfach zwei Spieler bestimmte Geldbeträge gewinnen können. Die grundsätzlichen Regeln bleiben jedoch gleich: Wieder wird Kooperation belohnt, doch durch Ausnutzung des Vertrauens des Gegenübers kann ein verräterischer Spieler viel Gewinn auf Kosten des anderen machen. Doch nun haben Handlungen Konsequenzen. Durch die Fortführung über mehrere Runden entsteht nun jedoch eine interessante Dynamik: Ein Spieler wird sich mehrmals überlegen, ob er egoistisch handeln oder kooperieren will, denn der Betrogene kann den Betrüger bestrafen, in dem er ihm nun nicht mehr vertraut und sich weigert, zu kooperieren. Dadurch bekommen beide weniger, als sie bekämen, wenn sie kooperieren würden (und der Betrüger bekäme weniger, als wenn er einen nichtsahnenden Mitspieler ausnutzen würde). Anders ausgedrückt: Durch die Ausdehnung über mehrere Runden bekommt das Spiel eine soziale Dimension, und plötzlich erhalten Konzepte wie Fairness, Bestrafung, Belohnung, Vertrauen und Rache eine Bedeutung.
In der Realität ist unsere Gesellschaft auch so aufgebaut, dass wir immer wieder mit anderen Individuen interagieren. Auch wenn wir manche Personen auf der Straße vielleicht nur ein einziges Mal treffen, so begegnen wir doch immer wieder den gleichen Bezugspersonen – Kollegen, Kommilitonen, Familienmitglieder – oder wenden uns immer wieder an die gleiche Gruppe von Personen (Bedienung im lokalen Supermarkt, Steuerbehörde etc.). Selten sind Interaktionen wirklich folgenlos.

Wie sollten sich ein Individuum nun in einer solche Situation wie dem Gefangenendilemma über mehrere Runden verhalten?

Immer lieb und vertrauensvoll sein? Streng Gleiches mit Gleichem vergelten? Gelegentlich das Vertrauen des anderen zum eigenen Vorteil ausnutzen? Spieltheoretiker haben verschiedene Strategien in Turnieren gegeneinander antreten lassen, in dem sie Computeragenten programmierten, bestimmte Strategien anzuwenden, und evaluierten, welche Agenten am Ende den größten Gewinn erzielten. Interessanterweise kristallierte sich als Sieger die “Tit for Tat”-Strategie heraus, in der Kooperation mit Kooperation und Egoismus mit Egoismus beantwortet wird.
Die Strategie beginnt die erste Runde mit Kooperation und verhält sich danach immer so, wie der Gegenüber es vorher getan hat. Dies wird auch als “bedingte Nettigkeit” oder “conditional niceness” bezeichnet. Es gibt keine Strategie, auch keine egoistischere, die langfristig zu besseren Ergebnissen führt. In wiederholten Iterationen des Spiels, in denen die anderen Teilnehmer diese Strategie einsetzen, ist es also auch für einen egoistischen Teilnehmer am cleversten, zu kooperieren und damit seinen eigenen Gewinn – und unabsichtlich auch den der Gemeinschaft – zu maximieren. In einem einzelnen Spiel wäre das nicht möglich. Auf diese Weise wird es plötzlich auch für das egoistische Individuum zur Handlungsmaxime, sich der Kooperation mit anderen anzuschließen. Möglicherweise liegt hier ein Grund dafür, warum wir überhaupt bei uns selbst und bei anderen Wesen auf diesem Planeten Kooperation beobachten können.

Die “Tit for Tat”-Strategie hat jedoch auch gravierende Nachteile. Ein einzelnes Missverständnis kann zu kompromissloser Vergeltung damit zu einer Spirale der Inkooperativität führen, aus der ohne guten Willen niemand mehr ausbrechen kann. Wenn einmal die Nicht-Kooperation begonnen hat, wird sie immer weiter mit Nicht-Kooperation bestraft, und beide Teilnehmer schaffen es nicht, aus dem Kreislauf auszubrechen, solange sie sich beide strikt an diese Strategie halten. Wem das aus der realen Geschichte der Menschheit bekannt vorkommt, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Rache liegt ganz fundamental im Grundgedanken dieser Strategie, Vergebung ist nicht vorgesehen. Was fehlt, ist ein Element der zweite Chance. Nur wenn gelegentlich der Schritt gewagt wird, als Erstes auf den anderen zuzugehen, ist ein Ende der negativen Spirale möglich.
Forscher wie Chris Bateman und Robert Axelrod schlussfolgern, dass eine verbesserte Strategie für einen Agenten im rundenbasierten Gefangenendilemma etwa wie folgt lautet: Sei nett (bleibe beim Kooperieren, solange es der Gegenüber tut), sei konsequent (bestrafe Ausnutzung), sei vergebend (s.o.) und sei nicht neidisch (versuche nicht, einen bestimmten Teilnehmer zu übertreffen). Dies schützt das Individuum davor, ausgenutzt zu werden, ermöglicht aber auch Kooperation und schafft Vertrauen. Schwierig ist allerdings, zu ermitteln, wie vergebend genau ein Agent nur sein sollte. Ist er zu gutgläubig, kann er regelmäßig von notorischen Betrügern ausgenutzt werden. Ist er zu streng, werden Chancen auf friedliche Kooperation verspielt. Auch hier drängen sich parallelen zur Realität auf.

Die Gesellschaft besteht jedoch nicht nur aus zwei Personen, die miteinander interagieren, sondern aus einem riesigen Netzwerk von Individuen. Und hier wird es richtig spannend. Um kontextabhängige Entscheidungen zu modellieren, kann man auch die Agenten in der Gefangenendilemma-Simulation in einer Art Netz anordnen, in denen jeder Spieler mehrere Nachbarn hat – so wie ein Mensch in der Realität ja auch mit mehreren Personen in der Gesellschaft interagiert. Nun werden immer wieder Runden zwischen den Agenten und ihren direkten Nachbarn gespielt, die wiederum mit ihren Nachbarn interagieren.
Wird nun die “Tit for Tat” angewandt, ergibt sich ein interessantes Muster: Nachbarn von kooperativen Spielern kooperieren selbst mehr, und Nachbarn von Egoisten werden selbst egoistischer. Es bilden sich “Lager”, räumlich begrenzte Zonen, in denen das Gesetz der Gemeinschaft oder aber des Individualismus gelten. Doch die beiden sind nicht gleich: Wo Kooperierende auf Egoisten treffen, werden kleine Gruppen Kooperierender ausgelöscht und zu Egoisten. Doch wo die Kooperation es schafft, die Mehrheit zu erringen, setzt sie sich durch. Je nach Ausgangskonfiguration und Regeln entstehen geordnete Muster oder auch chaotische Verhältnisse. Nur wo es den zusammenarbeitenden Akteuren gelingt, einen bestimmten Bereich zu “kolonialisieren”, siegt die Kooperation. Anders ausgedrückt: Nur wo die Mehrheit Kooperation gemeinschaftlich durchsetzt, hat sie Bestand.

Das Experiment wurde auch mit menschlichen Akteuren wiederholt. Dabei zeigte sich auch, dass eine “vertrauenswürdige” oder “hinterhältige” Person das Verhalten von anderen auch indirekt beeinflussen, denn ihr Verhalten beinflusst durch die Muster die Vorgänge im ganzen Netz. Wer edel und ehrenhaft ist, schafft Vertrauen dafür, dass andere sich gleich verhalten, wer andere hintergeht, untergräbt die Kooperation in der ganzen Gesellschaft. Somit pflanzen sich unsere Aktionen auf indirekte Weise durch das ganze Netzwerk fort, und unsere eigenen ethischen Maßstäbe beeinflussen permanent die der anderen Akteure. Über Reputation und Ruf, guten wie schlechten, sind die Handlungen von verschiedenen Agenten miteinander verknüpft. Selbst wenn wir nur ein einziges Mal mit einer Person interagieren, können wir bei anderen für ihn bürgen oder vor ihm warnen, wir können eine Empfehlung aussprechen, mit Nachbarn tratschen oder eine Bewertung in einer online-Plattform zurücklassen. Auf diese Weise übt die Gesellschaft ihre Macht als Korrektiv, dass die Einhaltung von Kooperation fördert, selbst bei einmaligen Interaktionen aus. Das funktioniert, solange die Individuen überhaupt noch ein weiteres Mal mit irgendwem zu interagieren planen.
Was passiert jedoch, wenn das Gefangenendilemma nur in einer begrenzten Zahl von Runden gespielt wird? In der allerletzten Runde gibt es keinen Grund für einen bis dahin kooperierenden Akteur, den anderen nicht auszunutzen, denn er kann ja danach nicht dafür “bestraft” werden. Beide Akteure wissen das. Sie wissen auch, dass der andere das weiß. Doch das heißt, beide können erwarten, dass der andere in der letzten Runde nicht kooperieren wird. Dann können sie aber auch genauso gut in der vorletzten Runde egoistisch handeln, denn wenn der andere in der letzten Runde sowieso nicht kooperiert, kann er sie auch nicht dadurch bestrafen. Da sie in der vorletzten Runde nicht kooperieren, können sie aber auch genauso gut in der davor egoistisch handeln, und so fort. Kurz gesagt, setzt man dem Gefangenendilemma ein festes, bekanntes Ende, läuft die Kooperation Gefahr, zu scheitern. Nur solange wir immer noch weitere Runden, weitere Interaktionen erwarten, sind wir motiviert, zusammenzuarbeiten. Nur die Hoffnung auf die Zukunft ermöglich Kooperation.

Nun kann man noch einen evolutionären Prozess einführen und benachbarte Spieler gemeinsam Nachkommen erzeugen lassen, welche die Strategie ihrer Eltern erben. Dadurch lässt sich ein Prozess der darwinistischen Selektion einführen. Ebenso ist es auch möglich, einzelne Akteure die Strategien besonders erfolgreicher anderer Akteure kopieren zu lassen, womit ein System von Lernen, Nachahmen oder Wissensaustausch eingeführt würde. In beiden Fällen werden Strategien weitergegeben und die effektivsten Verhaltensweisen setzen sich durch. Insgesamt zeigen sich jedoch ausgesprochen spannende Zusammenhänge: Evolutionäre Gefangenendilemmata formen komplexe Strukturen der Zusammenarbeit, die immer wieder von Perioden des Egoismus und des Chaos unterbrochen werden. Dann bildet sich irgendwo wieder eine kleine Gruppe mit Tit-for-tat-Strategie, die in einem feindlichen Umfeld zunächst enorm benachteiligt ist, aber durch Vertrauen untereinander wieder an Stärke gewinnt. Mit der Ausbreitung der Kooperation wird sie eine immer lohnenswertere Strategie, und es ist im immer Sinnvoller, auch kleine Fehltritte und gelegentliche Defektion zu verzeihen. Bis schließlich das System so vergebend und naiv ist, dass es wiederum von Egoisten ausgenutzt wird. Die richtige Balance zwischen Vertrauen und Misstrauen scheint kein fester Wert zu sein, sondern hängt immer von der Umgebung und der Gesamtstruktur der Gesellschaft ab. Je nach Situation ist eine zurückhaltendere oder eine offenere Strategie nützlicher. Doch rein egoistisch zu handeln hat so gut wie nie die besten Resultate für das Individuum.

Der Philosoph Peter Singer vermutet, dass eine Grundlage des ethischen Handelns von Menschen in der Evolutionsbiologie zu finden ist. Er sieht Reziprozität als effektive, nutzenbringende Strategie für Akteure und damit als ganz natürliches Produkt der Evolution. Modelliert man die Überlebensbedingungen für verschiedene Individuen mit verschiedenen Überlebens- und Interaktionsstrategien, setzen sich diejenigen durch, die eine Variante der Tit-for-Tat-Strategie verwenden. Diese Tendenz, mit anderen zusammenzuarbeiten, aber sich zurückzuziehen, wenn man ausgenutzt wird, ist die Basis der Reziprozität, die unserer Ethik zugrunde liegt und sich als Goldene Regel unter vielen Namen in unzähligen Kulturen der Welt findet. Die Strategien der Kooperation bilden somit die Basis der Ethik, und Stabilität entsteht, wo die Gemeinschaft Kooperation durchsetzt.
Ehre, Reputation, Ruf und Anstand sind Mechanismen der Kommunikation über Kooperationsverhalten. Gesetze, Werte und Normen sind implizite oder explizite Verträge über Kooperation in bestimmten Situationen. Die Konzepte für Fairness, Gerechtigkeit und Strafrecht basieren auf tief verwurzelte Gefühle, die uns dazu drängen, Übeltäter zu bestrafen und loyale Freunde zu belohnen, womit wir „Tit for Tat“ anwenden. Im Prinzip beruht unsere ganze Gesellschaft auf diesen Mechanismen, und gäbe es sie nicht, wären wir nur feindselige Einzelkämpfer.

3. Zivilisation

Doch was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen in der Welt, die uns tagtäglich umgibt? Welche Strategie ist für uns am besten geeignet? Wie sorgen wir dafür, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der alle miteinander kooperieren? Wie sollte sich ein Humanist verhalten, wie ein Rationalist? Wann sollte man mit anderen Menschen kooperieren, wann vergeben, wann strikt sein?
Um eine funktionierenende Zivilisation aufzubauen, müssen wir kooperieren, so viel steht fest. Und um die eigenen Ziele zu verteidigen und das bestehendenbleiben der Zivilisation zu gewährleisten, müssen wir im richtigen Moment kooperieren und uns im richtigen Moment verweigern. Doch durch Verweigerung der Kooperation setzen wir die Zivilisation als Ganzes ein kleines Stück weit aufs Spiel. Es ist also ein schmaler Grat, auf dem wir uns bewegen.

Um das zu verdeutlichen folgt ein kleines Beispiel. Der Blogger Scott Alexander wurde in einer Mail von einem Leser kritisiert:
„Rationality should be winning. Rationalists are not winning. If you really want to win, take your goal and do everything you can, including cheating. If a fight is important to you, fight nasty!“
Und später: He [S. A.] gets *mad* at people whom he detachedly intellectually agrees with but who are willing to back up their beliefs with war and fire rather than pussyfooting around with debate-team nonsense.“

Der Einsender argumentiert, dass in einem echten Konflikt, im realen Leben, alle Mittel eingesetzt werden. Er sagt, ein rationaler, vernünftiger Akteur sollte seine eigenen Ziele mit jeder erfolgversprechenden Strategie durchsetzen und sich nicht um Fairness, Anstand oder „pussyfooting around“ kümmern. Besonders für die Gute Sache sieht er jedes Mittel als gerechtfertigt an.
Hat er recht? Sollten wir nicht, wenn wir können, auch Dinge tun, die nicht den etablierten Regeln der Zivilisation entsprechen, und z.B. Betrügen oder Lügen, wenn wir damit ein höheres Ziel verfolgen? Warum nicht absichtlich Menschen in die Irre führen, um ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen, und das für einen guten Zweck spenden? Warum nicht in einem heimlichen Attentat alle Rassisten, Sexisten, Faschisten umbringen? In einem echten Kampf um wichtige Dinge müssen wir alle Waffen einsetzen, die wir haben!

Oder etwa nicht?

Scott Alexander antwortet mit folgender Geschichte, die ich hier gekürzt wiedergeben möchte.

Nehmen wir an, ich bin ein Katholik und will alle Protestanten umbringen. Es gibt eine Menge Protestanten, die wollen (spätestens jetzt) gerne Katholiken umbringen. Wir tun genau das, es wird viel Blut vergossen, die Wirtschaft bricht zusammen. Das ist für alle katastrophal und auch für mich noch schlimmer als lebende Protestanten. Wir treffen eine Vereinbarung: In Zukunft werden wir uns nicht mehr umbringen. Wir nennen es das Karfreitagsabkommen. Im allgemeinen Fall nennt man das Zivilisation.
Ich hasse die Protestanten natürlich immer noch. Aber ich muss mir jetzt andere Methoden suchen. Ich versuche Gesetze einzubringen, die Protestanten schaden und es ihnen schwer machen, ihren Glauben auszuüben. Leider ist die nächste Regierung protestantisch und tut das Gleiche mit mir und den Katholiken. Dann sind die Katholiken wieder an der Reihe, es geht so weiter, niemand hat wirklich Religionsfreiheit, niemand kann wirklich etwas erreichen, alle blockieren sich gegenseitig und niemand ist glücklich. Also erfinden wir schließlich Religionsfreiheit und einigen uns darauf, uns gegenseitig wenigstens unseren Glauben zu lassen. Wir nennen es “First Amendment” oder “Liberalismus” oder “Zivilisation 2.0”.
Jedes Mal wenn beide Seiten ihre Waffen niederlegen, seien sie nun buchstäblich oder metaphorisch, und sich auf gemeinsame Regeln einigen, gibt es ein bisschen mehr Zivilisation. Ein bisschen mehr Anstand und Vertrauen. Ein bisschen höhere Standards des Zusammenlebens. Etwas mehr Liberalität, etwas weniger Angst. So entsteht eine gesunde Gesellschaft.

Aber wie funktioniert das, wenn es keine übergeordnete Instanz gibt, die Abkommen trifft oder Gesetze durchsetzt? Niemand kann zum Beispiel realistisch in der Gesellschaft das Lügen unterbinden, verhindern, dass gefälschte Statistiken verbreitet werden, oder dass Menschen verleumdet werden. An diesem Punkt sind wir jetzt. Wir haben durch unsere zivilisatorischen Errungenschaften das Morden und das Unterdrücken geächtet. Wir haben sogar Rede-, Presse- und Meinungsfreiheit eingeführt und damit Staatspropaganda und Meinungsmonopolismus den Kampf angesagt. Wir haben die großen Waffen der zwischenmenschlichen Nonkooperation abgeschafft, und auf dem Level der Zivilisation, das wir erreicht haben, bekämpfen wir uns mit den vergleichsweise harmlosen verbleibenden Waffen: Geringschätzung. Lästern. Einseitig gefärbte Berichterstattung. Demonstrationen. Lobbyarbeit.
Und wir könnten vermuten, dass – solange diese Dinge nicht durch irgendeine Autorität überprüft werden – man sie gegen uns verwenden wird. Unsere Feinde werden Fake News über uns verbreiten und uns verleumden. Heißt das, wir können die gleichen Mittel verwenden?

Nein. Denn wenn wir es tun, spielen wir unsere Rolle als Egoist, der der gesamten Gesellschaft schadet, und damit auch sich selbst. Wer so argumentiert, hat das Prinzip der Kooperation nicht verstanden. Es geht nicht darum, jede nur mögliche Lücke in den von den Autoritäten gesetzten Grenzen auszunutzen und sich beliebig selbstsüchtig zu verhalten, darauf hoffend, die Gegner unvorbereitet zu erwischen und sich einen Vorteil zu verschaffen. Das ist kurzsichtiges Verhalten, das uns selbst schadet. Die Errungenschaften unserer Gesellschaft wie Meinungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit oder Religionsfreiheit – alles im Prinzip nur Verträge der gegenseitigen Kooperation – wurden nicht von Leuten geschaffen, die versucht haben, ihrem Gegner eins auszuwischen, egal mit welchen Mitteln. Sondern von Individuen, die die Standards für alle höher gesetzt haben.

Wir haben die Wahl, wie wir uns verhalten: ob wir egoistisch handeln und kurzfristig die Kooperation anderer ausnutzen wollen, oder ob wir daran arbeiten wollen, dass sich Zusammenarbeit generell in der Gesellschaft durchsetzt, dass Zivilisation und Kooperation eine höhere und stabilere Stufe erreichen. Dafür brauchen wir keine Instanz von oben. Die Menschenrechte wurden nicht von einem Weltdiktator oder Gott befohlen, sie wurden vereinbart. Das Wunder der Kooperation bringt Pro-Choice und Pro-Life-Anhänger dazu, Transparente und Schilder hochzuhalten, während sie ihre Ansichten skandieren – und nicht, sich gegenseitig mit Messen an die Kehlen zu gehen. Es zwingt Demokraten und Republikaner, ihre politischen Gegner im Parlament ausreden zu lassen und mit ihnen zu verhandeln, statt sie in Umerziehungslager zu werfen. Theisten und Atheisten streiten sich vielleicht beim familiären Abendessen, aber niemand wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. All das sind Errungenschaften der Zivilisation, die durch Kooperation entstanden ist. Im Ersten Weltkrieg feierten Soldaten beider Seiten gemeinsam Weihnachten und hörten nicht auf die warnenden Stimmen, die riefen “Schnell, erschießt sie, bevor sie euch erschießen”, sondern vertrauten einander. Sie gingen unbewaffnet hinaus und holten ihre Toten, um sie zu begraben. Sie stellten Weihnachtsbäume auf. Sie machten sich gegenseitig, über die Feindeslinie hinweg, Geschenke in Form von Tabak, Bier und Christmas Pudding. Sie sangen Weihnachtslieder und spielten sogar Fußball. Mindestens 100.000 Soldaten an der Westfront nahmen an diesem Waffenstillstand teil. Auf eine geradezu magische, spontane Weise entsteht Zusammenarbeit und Vertrauen in sozialen Situationen. Immer wieder spielt sich dieses Wunder im Kleinen und im Großen ab.

Doch dass heißt nicht, dass wir die Zusammenarbeit als selbstverständlich hinnehmen dürfen. Viel zu leicht setzten wir sie aufs Spiel. Es ist verlockend, in einer bestimmten Situation den größeren Gewinn einzustreichen, wenn alle anderen auf Fairness vertrauen. Gerade, wenn es für eine höhere, gute Sache ist. Und es fällt schwer, Individuen, die einmal nicht kooperiert haben oder offensichtlich signalisieren, dass sie nicht zur Kooperation bereit sind, eine Chance zu geben. Immer wieder begegnen wir Menschen, die zumindest temporärer auf einem viel niedrigeren Level der Zivilisation handeln. Vielleicht werden wir mit gewalttätigen Nazis konfrontiert, die Scheiben eines Ladens einschmeißen und damit die gewaltfreien Regeln unserer Gesellschaft missachten. Vielleicht stoßen wir auf Internettrolle, die jeden Anstand ignorieren und uns Morddrohungen schicken. Wie sollen wir darauf reagieren? In diesem Fall sind wir wie die blauen Punkte an der Grenze zum roten Bereich in der obigen Grafik, die Kooperierenden in den Randgebieten, die mit den Egoisten in Berührung kommen. Was sollen die kleinen Punkte am Rande des kooperativen Bereichs tun, wenn sie mit non-kooperativen Akteuren konfrontiert werden?

Wir müssen uns so verhalten wie die beste Strategie in der Simulation: nonkooperatives Verhalten sanktionieren, aber auch immer und immer wieder Möglichkeiten für neue Ansätze des Vertrauens schaffen. Und wir dürfen niemals, unter keinen Umständen, selbst anfangen, die Regeln der Gesellschaft auszusetzen und damit selbst zu roten Punkten, zu Nicht-Kooperierenden zu werden. Auch wenn es noch so reizvoll scheint.

Wenn wir einen Menschen treffen, der auf dem gleichen Zivilisationslevel wie wir agiert, fair und höflich diskutiert oder legitime Mittel der Politik einsetzt, aber andere Ziele als wir verfolgt, die uns falsch, dumm, unmenschlich, vielleicht sogar böse erscheinen, dann mag die Versuchung groß sein, diese Person mit allen Mitteln zu bekämpfen. Was tun wir, wenn ein Mensch, den wir furchtbar finden, von seinem Rederecht gebrauch macht? Wenn in einer Zeitung oder im Internet ein Artikel veröffentlich wird, der gänzlich unseren Meinungen widerspricht? Wenn jemand in der Familie vollkommen andere Werte vertritt? Müssen wir dann wirklich immer fair bleiben?

Die Antwort lautet ja. Wenn ein Konservativer und ein Progressiver miteinander diskutieren und einen fairen Dialog führen, einen demilitarisierten Austausch von Argumenten, bei dem sie aus Anstand und Respekt sogar auf Lügen und Unterstellungen, ad hominem und Strohmannargumente verzichten – dann kommen sie vielleicht zu einem konstruktiven Ergebnis. Doch wenn einer von beiden die Regeln der Zivilisation außer Kraft setzt, weil sein eigenes Ziel ihm wichtiger erscheint, geschieht das Unvermeidliche. Vielleicht rechtfertigt er es, den anderen zu beleidigen oder vom Diskurs auszuschließen, denn er hat ja eine falsche Meinung. Vielleicht sieht er es als angebracht, den anderen zu verleumden oder gar gewalttätig anzugreifen, denn er ist ja der Gute und der andere der Böse. Vielleicht sollte man die anderen sogar alle auf Listen schreiben, dafür sorgen, dass sie keine Jobs mehr bekommen, öffentlich denunzieren, oder gleich in ein Lager stecken.

Das politische Ziel ist dann gewonnen, aber die Zivilisation, die gemeinschaftliche Kooperation, ist verloren.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, aber nicht die von linksgrünversifften Gutmenschen? “Jeder hat ein Recht auf körperliche Unversehrheit”, aber Nazis die Fresse polieren? “Lügen ist inakzeptabel”, außer es ist für die Befreidung der Unterdrückten? “Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung”, aber das gilt sicher nicht für die ganz falsche Meinung?
“Zivilisation und Kooperation ist ja schön und gut, aber Feminismus/die Rettung des Abendlands/Humanismus/meine Lieblingsideologie ist wichtiger, und deswegen gelten diese Regeln nicht für mich” ?

Nein! Wir müssen konsequent bleiben. Keine Ausnahmen!

Wir haben keine Zivilisation aufgebaut, in dem wir uns versprochen haben, immer und auf jeden Fall die Regeln des Zusammenlebens einzuhalten, außer in dieser einen Sache, wo es uns nicht in den Kram passt. Wir haben nicht ein Gesetz, das es verbietet, eine große Keule zu nehmen und irgendjemanden, der uns nicht in den Kram passt, einfach zu erschlagen – “außer die Person ist wirklich ein Arschloch”. Wie Scott Alexander schreibt, “Liberals didn’t give their lives in the battle against tyranny to end discrimination against all religions except Jansenism because seriously fuck Jansenists.” Wir können keine Ausnahmen machen, wenn uns die Regeln gerade mal nicht genehm sind, denn die Regeln sind alles, was diese Zivilisation ausmacht.
Sobald wir damit anfangen, die Regeln zu brechen, beginnt eine unaufhaltsame Spirale abwärts. Jemand sagt: “Okay, wenn die da eine Ausnahme bekommen, dann will ich auch meine Ausnahme.” Und plötzlich ist es okay, jemandes Privatsphäre zu verletzen, wenn die Person die falsche Geschlechtsidentität hat. Oder jemandem das Recht auf Meiniungsäußerung zu entziehen, weil er für die falsche Partei kandidiert. Oder jemanden öffentlich zu denunzieren, weil er die falschen Ansichten vertritt. Und schon machen wir einen großen Schritt zurück in die Unterdrückung, den Egoismus, das Misstrauen, die Barbarei.

Und wie siegt nun das Gute?

Wie sollen wir schädlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft entgegentreten, wenn wir sie immer fair behandeln müssen? Wenn ein wirklich liberaler, aufrechter Mensch zu gut ist, um schmutzig für und mit allen Mitteln seine guten Ziele zu kämpfen, wie soll er dann gewinnen? Wenn wir die Bösen nicht verprügeln oder zum Schweigen bringen dürfen, wie soll das Gute siegen?

Die Kooperation siegt bereits. In den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten haben sich immer mehr freiheitliche und kooperative Prinzipien durchgesetzt. Wir haben die Genfer Konventionen eingeführt. Der Kalte Krieg ist kalt geblieben. Viele persönliche Freiheitsrechte wurden erstritten. Sklaverei wurde abgeschafft, Frauenwahlrecht und teilweise auch die Ehe für homosexuelle Paare eingeführt. Zoomt man ein wenig heraus, ist die freiheitliche, liberalistische Bewegung auf einem unaufhaltsamen Siegeszug. Wir haben, gewissermaßen, Zivilisation 3.0 erreicht.

Liberalismus gewinnt nicht durch Feuer und Schwert, sondern durch Gemeinschaften von Menschen, die sich auf gemeinsame Regeln zum Nutzen aller einigen. Wie die kleinen Grüppchen der Koordination im Prisoner’s Dilemma. Denn der Reiz dieser Gruppen sind die größeren Freiheiten, die sie bieten. Wer zu einer Gruppe gehört, in der ein hohes Niveau der Zivilisation etabliert ist, muss keine Angst haben, ermordet oder verfolgt zu werden. Vertrauen und Anstand herrschen vor. “If you are nice, you can join our cuddle pile.” Menschen wollen dieses Vertrauen, diese Sicherheit, diese Kooperation. Sie sind dafür gemacht. Wenn man sich entscheiden kann, ob man lieber in einer Gesellschaft lebt, in der keine Regeln gelten, oder in einer mit Rechtsstaat und Grundrechten, ist die Entscheidung klar. Genauso verhält es sich, wenn man sich aussuchen kann, ob man sich auf Facebook oder 4Chan von wütenden Shitpostern flamen lassen möchte, oder anderswo eine konstruktive Debatte mit vernünftigen, fairen Menschen führen wollen, auch wenn sie fundamental anderer Meinung sind. Wenn wir uns für die Kooperation entscheiden, tragen wir ein kleines Stück der Soldaten in uns, die 1914 gemeinsam Weihnachten feierten. Und diese Perspektive ist einladend genug, dass sie andere davon überzeugt, daran teilzuhaben, und somit wächst wie die Cluster der Kooperation im räumlich angeordneten Gefangenendilemma.

Wenn wir hingegen nicht kooperieren, wenn wir unseren Mitmenschen betrügen und das etablierte Vertrauen ausnutzen, um unser persönliches Ziel zu erreichen, so gut dieses Ziel auch sein mag, dann betrügen wir damit die Kooperation. Niemand wird mehr mit uns kooperieren wollen. Und damit machen wir die Kooperation selbst zu unserem Feind und vergiften die Gesellschaft. Dann können wir, dramatisch gesprochen, genauso gut auch als Erste die Atombombe einsetzen.

Kein Ziel ist es wert, die Zusammenarbeit an sich dafür aufzugeben. Der Weg zu besseren Formen der Gesellschaft, zur Zivilisation 4.0, führt über mehr Kooperation, nicht über den Kampf mit allen Mitteln.


Ball, Philip. Why society is a complex matter: Meeting twenty-first century challenges with a new kind of science. Springer Science & Business Media, 2012.

Kreps, David M., et al. „Rational cooperation in the finitely repeated prisoners‘ dilemma.“ Journal of Economic theory 27.2 (1982): 245-252.

Scott Alexander: “In Favour of Niceness, Community and Civilization”. http://slatestarcodex.com/2014/02/23/in-favor-of-niceness-community-and-civilization/

Peter Singer: “Ethics in the Age of Evolutional Psychology”. http://cogweb.ucla.edu/Debate/SingerPM.html