Wahlprogramm zur Stupa-Wahl 2017

Religionen blockieren den gesellschaftlichen Fortschritt – das zeigt sich noch am deutlichsten an fundamentalistischen Christen, die gegen das Recht auf Abtreibung protestieren und muslimischen Fanatikern, die Homosexuelle steinigen. Dennoch ist dies nur die Spitze des Eisberges. Die Problematik beginnt bereits dort, wo Menschen unfähig sind, die Meinungen von Autoritäten kritisch zu hinterfragen, ganz gleich, ob es nun religiöse Dogmen, politische Ideologien oder gesellschaftliche Normen betrifft. Als säkular-humanistische Liste kämpfen wir gegen Fundamentalismus und geschlossene Weltbilder an der Universität, gegen Erlösungsfantasien und für eine bessere Welt jenseits überkommener ideologischer Strukturen.

Unsere Kernanliegen:

Kritischer Rationalismus statt postrukturalistischer Beliebigkeit!

Der Weg zu wissenschaftlicher Erkenntnis ist gepflastert von Hindernissen und mit unzähligen Fallen versehen: Kognitive Verzerrungen, die korrekte Messung von Daten, Publication Bias, etc. – Science is hard. Trotzdem bzw. gerade aus diesem Grund unterstützen wir die resignative Abkehr von jedem Streben nach Erkenntnis und die Hinwendung zur konstruktivistischen Verachtung jeder Form der Objektivität weiter Teile der akademischen Linken in keiner Weise: Sorgsame empirische Forschung und rigorose Theoriebildung müssen auf der Basis der Falsifikation von Hypothesen Hand in Hand gehen. Die einseitige Förderung von vermeintlicher Wissenschaft, die sich dezidiert als politisch versteht und somit eine eigene Agenda verfolgt, in der die Bestätigung vorher gefasster Überzeugungen über dem kritischen Streben nach Erkenntnisgewinn steht, lehnen wir ab.

Offene Gesellschaft statt geschlossener Weltbilder!

Die Universität muss die intellektuelle Entfaltung des Menschen fördern. Dafür muss sie zu einer Plattform für kritisches, undogmatisches Denken werden und einen freien Diskurs ermöglichen, der nicht durch religiöse oder politische Ideologien vorentschieden wird. Wir fordern eine respektvolle Streitkultur, die Raum für ein diverses Spektrum an Meinungen bietet, ohne dabei in einen inhaltsleeren Relativismus abzudriften. Wir fordern eine faire Raumvergabe für politische Gruppen jeder Couleur, auch wenn wir inhaltlich nicht mit ihnen einverstanden sein sollten!

Neue Lösungsansätze statt platter Phrasen!

Die moderne globale Gesellschaft bildet in all ihren Facetten ein dynamisches System von solcher Komplexität, dass sich sämtliche vermeintlich einfachen bzw. monokausalen Erklärungsansätze verbieten. Niemand kann sich anmaßen, die Welt wirklich verstanden zu haben. Nicht „das Kapital“, „die Politik“, „das Patriarchat“, etc. ist das (alleinige) Problem. Die Herausforderungen der Zukunft benötigen Lösungen, deren Schlüssel oftmals naturwissenschaftliche Innovation und nicht die revolutionären Volksmassen sind. Der technologische Fortschritt besitzt großes Potential, welches wir losgelöst von tradierten Werten und irrationalen Ängsten nutzen müssen.

Säkulare Hochschule statt theologischer Fakultät!

Ideologien sind in der universitären Struktur fest verankert – am deutlichsten zeigt sich dies noch an der institutionalisierten Theologie. Religion ist Privatsache und die pseudowissenschaftliche Beschäftigung mit den vermeintlichen Offenbarungen eines Gottes darf nicht noch staatlich finanziert werden. Wir treten für die konsequente Trennung von Staat und Kirche ein.

Humanistische Werte statt religiöser Erlösungsfantasien!

Der Mensch ist nicht die „Krone der Schöpfung“ und wir leben nicht in der „besten aller möglichen Welten“ – Homo Sapiens ist schlicht das Ergebnis mehrerer Milliarden Jahre natürlicher Selektion. Es gibt keine Gerechtigkeit in den Naturgesetzen, keinen Term für Fairness in den Gleichungen der Physik. Das Universum ist weder gut noch böse, wir sind ihm schlicht egal. Deshalb ist es an uns als Menschen, dafür zu sorgen, dass es ein Licht in der Welt gibt. Wir haben nur dieses eine Leben und sollten es nutzen, um es in den Dienst der noblen Unternehmung zu stellen, aus diesen Planeten einen besseren Ort zu machen. Dies schließt auch alle nichtmenschlichen Tiere ein. In diesem Sinne lehnen wir die moderne Massentierhaltung ab und fordern mehr und bessere vegane Angebote in den Mensen des Studienwerks.

shares